März 19, 2019
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BalanceForBetter: Criteo feiert Internationalen Frauentag

 

Am 08.März wurden im Rahmen des internationalen Frauentages 2019 überall auf der Welt die Errungenschaften und Leistungen von Frauen gewürdigt:

In Deutschland feiern wir dieses Jahr 100 Jahre Frauenwahlrecht.

Auch wurde die Gleichberechtigung von Frau und Mann auf Initiative Elisabeth Selberts hin bereits 1949 in das deutsche Grundgesetz aufgenommen (Artikel 3).

Die Umsetzung erfolgte allerdings erst mit Verspätung und nicht vollständig:

So ist es Frauen beispielsweise erst seit 1977 erlaubt einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, ohne vorher das Einverständnis ihrer Ehemänner einholen zu müssen.

Ungeachtet dieser Fortschritte besteht auch heute, 50 Jahre nach der Verabschiedung des Art. 3 GG immer noch ein Widerspruch zwischen „gefühlter Gleichberechtigung“, also dem, was jungen Frauen heute möglich zu sein scheint, und den strukturellen Rahmenbedingungen.

Daher startete Criteo eine Initiative, um ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „Balance for Better“ nicht nur die Leistung und Anerkennung von Frauen zu feiern, sondern auch um ein Bewusstsein für immer noch bestehende Ungleichheiten zu schaffen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

In zwölf verschiedenen Criteo-Büros – Ann Harbor, Barcelona, Boston, Dubai, Gurgaon, London, Madrid, Mailand, New York, Paris Tokio und München – stellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Veranstaltungen für eine ausgeglichenere (Arbeits-)Welt auf die Beine…

Unser Münchner Büro organisierte ein Frühstücksevent mit anschließender Panel-Diskussion und konnte hierfür folgende großartige Panel-Teilnehmer gewinnen:

Moderiert von Julia Wittich-Sauer, Director Business Development Germany bei Criteo, entstand eine spannende Diskussion rund um die Themen Gender Pay Gap, Gender Pricing, Ausgeglichenheit in Führungspositionen, Gender Biases sowie Erziehung und Elternzeit.

Von links nach rechts: Alexander Krapp, Ann-Katrin Lang, Rosie Fortunello und Julia Wittich-Sauer

In einem Punkt herrscht Konsens: Frauen scheinen selbstkritischer und weniger selbstbewusst zu sein. Beispielsweise bewerben sich Frauen erst auf eine Stelle, wenn sie das Gefühl haben, alle Anforderungen zu erfüllen – wohingegen Männer es bereits bei 60% Passung versuchen.

Auch Ann kann aus Erfahrung sprechen: Für ihr Projekt „Portraits of Munich“ fotografiert sie Menschen, denen sie in München begegnet. Während Männer sich meist selbstbewusst geben, sind Frauen oft unsicher und um ihr Aussehen besorgt.

Um das Selbstbewusstsein zu steigern, hat Ann einen einfachen aber effektiven Tipp: Steht beispielsweise eine Gehaltsverhandlung an, empfiehlt sie vor dem Spiegel eine sogenannte Power-Pose einzunehmen. Durch diese dominante Körperhaltung werden wir auch psychologisch beeinflusst.

Zu den geschlechterspezifischen psychologischen Biases, die beim Thema Selbstbewusstsein eine Rolle spielen, gehört unter anderem auch der Attribution Bias: Während Männer eher dazu neigen Erfolge auf ihre eigene Leistung und Misserfolge auf äußere Faktoren zurückzuführen, sieht die Tendenz bei Frauen genau umgekehrt aus.

Günes ist überzeugt, dass Frauen sich mehr trauen sollten und für ihre Werte einstehen sollten, auch wenn das manchmal unangenehm sein kann.

Alex, der vor einigen Jahren einen PR-Artikel zum Thema „Lieber Mamas als Karriere-Twens!“ parallel mit Michi Kasepers Initiative „Mami gesucht“ startete, berichtet heute von der Schwierigkeit im IT Bereich mehr Frauen zu akquirieren, da dieses Gebiet immer noch stark männlich dominiert ist.

Umgekehrt ist es in sozialen Berufen oft ebenso schwer ein ausgewogeneres Verhältnis von Frauen und Männern herzustellen: Hier haben Männer oft mit Vorurteilen der Gesellschaft zu kämpfen, da dieser Bereich nicht dem traditionellen Rollenbild des Mannes entspricht.

Dabei sind die Vorteile von diversen Teams in jeglichen Gebieten nicht von der Hand zu weisen.

Als Unternehmensberaterin in der Automobilindustrie kann auch Rosie viel darüber berichten, wie es sich anfühlt in einer traditionellen Männerdomäne zu arbeiten, in der sie in vielen Meetings oft noch die einzige Frau ist und Männer noch belächelt werden, wenn sie Elternzeit nehmen.

Doch auch wenn hier aktuell noch Schwierigkeiten bestehen, gibt es eine Sache, durch die wir alle dazu beitragen können, dass sich zukünftig etwas ändert: Durch die Art und Weise, wie wir unsere Kinder erziehen und in welchem Ausmaß wir mit gutem Beispiel voran gehen und eine Vorbildfunktion erfüllen.

Auch in dem folgenden Punkt sind sich alle einig: Beim Thema Gleichberechtigung geht es nicht darum, dass alle oder gewisse Menschen von Natur aus faktisch gleich sind, oder dass die Gleichheit, bzw. Gleichmachung aller oder gewisser Menschen angestrebt werden sollte.

Es geht nicht darum, aus Frauen, Männer zu machen oder aus Männern Frauen. Noch geht es darum, dass Frauen nun alle Karriere machen müssen, statt sich um ihre Kinder zu kümmern.

Es geht darum, sich bewusst für einen individuellen Lebensweg entscheiden zu können und gemeinsam Lösungen zu finden, dass derjenige der sich um die Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen kümmert nicht im Alter schlechter gestellt oder abhängig ist – unabhängig vom Geschlecht.

Eine ausgewogene und diverse Welt ist eine bessere Welt ist, und wir alle können einen Beitrag dazu leisten.