Juni 13, 2018
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E-Commerce SEO: So optimiert ihr euer E-Commerce für das Suchmaschinenmarketing

 

SEO, die Abkürzung für Search Engine Optimization (Suchmaschinenoptimierung), beschreibt eine Reihe von Strategien, mit der ihr das Suchmaschinen-Ranking eurer Website für wichtige Keywords optimieren könnt.

SEO zielt darauf ab, den organischen Traffic auf eurer Website zu steigern, indem möglichst viele Menschen auf euer Listing auf den Suchergebnisseiten (Search Engine Result Pages, SERP) klicken. Dieser organische Traffic ist komplett kostenlos – anders als die kostenpflichtigen Ads ganz oben auf den Suchergebnisseiten. Daher rentiert sich die Investition in SEO.

Das gilt besonders für Retailer, die die Anzahl der Käufer steigern wollen, die über Suchmaschinen zu ihnen kommen. Wenn ihr zum Beispiel einen Blumenladen betreibt und ganz oben in den Suchergebnissen für „Blume“ steht, verzeichnet ihr wahrscheinlich einen signifikanten Anstieg eurer Sales – allein durch eine SEO-optimierte Keyword-Strategie.

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Die meisten Plattformen für den E-Commerce (wie z. B. WooCommerce oder Shopify) sind bereits sehr SEO-freundlich gestaltet. Dennoch könnt ihr noch eine ganze Menge tun, um euer Ranking-Potenzial wirklich voll auszuschöpfen – beginnend mit euren Keywords:

E-Commerce SEO: Die richtige Keyword-Recherche 

Keywords sind die zentralen Bausteine jeder SEO-Strategie. Diese Begriffe repräsentieren eure Produkte – zumindest jene, von denen ihr wollt, dass sie über Suchmaschinen gefunden werden. Bevor ihr euch also an die Optimierung eurer Website macht, müsst ihr zunächst eine Liste eurer wichtigsten Keywords erstellen.

Das solltet ihr bei der Keyword-Recherche unbedingt beachten:

  1. Wählt Keywords, die für euer Geschäft besonders relevant sind. Auf Kategorie-Ebene solltet ihr euch für etwas breiter gefasste Begriffe entscheiden; auf den Produktinformationsseiten sollten die Begriffe deutlich spezifischer sein. Vermeidet allzu allgemeine Begriffe: Mit diesen Keywords ein gutes Ranking zu erzielen ist schwierig; zudem ist der Traffic, den sie auf eure Website bringen, von minderer Qualität.
  2. Wählt Keywords, die bereits ein starkes Kaufinteresse ausdrücken: Jemand, der nach „Waschmaschinen Rezensionen“ googelt, befindet sich noch in der Recherchephase. Jemand der nach „Waschmaschine für neues Apartment“ sucht, steht vermutlich schon kurz vor der Kaufentscheidung.
  3. Überprüft das Suchvolumen für eure Keywords: Das Suchvolumen beschreibt die Anzahl der Suchanfragen nach diesem Keyword in einem Monat. Es macht wenig Sinn, auf ein Keyword zu optimieren, dass nur ein geringes oder gar kein Suchvolumen hat. Umgekehrt werdet ihr natürlich mit einem Suchbegriff mit hohem Suchvolumen (der entsprechend umkämpft ist) vermutlich niemals ein Top-Ranking in den Suchergebnissen erzielen. Versucht also eine möglichst optimale Balance zwischen Relevanz, Suchvolumen und Wettbewerb zu finden.
  4. Nutzt die Keywords eurer Mitbewerber als Inspiration. Aber aufgepasst! Nur weil ein Mitbewerber seinen Content auf ein bestimmtes Keyword optimiert hat, bedeutet das noch lange nicht, dass dieses Keyword auch für euch geeignet ist. Möglicherweise hat dieser Mitbewerber auch schlicht seine Hausaufgaben nicht gemacht.

Tools für die Keyword-Recherche

Es gibt eine endlose Zahl unterschiedlicher Tools, mit denen ihr euer E-Commerce für Suchmaschinen optimieren könnt. Die folgenden Tools haben sich in den letzten Jahren als Standards für die Keyword-Recherche etabliert:

  • Google Keyword Tool: Ihr tippt einfach ein Keyword ein und das Google Tool zeigt euch verwandte Begriffe und einen Report zum monatlichen Suchvolumen sowie zum Wettbewerbslevel und zu den CPCs.
  • Moz Keyword Explorer: Zeigt euch das monatliche Suchvolumen, die Komplexität des Keywords, die organische CTR sowie weitere Keyword-Vorschläge und andere hilfreiche Informationen an. Ihr könnt auch gezielt Domains nach Keywords durchsuchen: So erfahrt ihr, welche Keywords eure Mitbewerber nutzen. Hinweis: In der kostenlosen Version steht euch nur eine begrenzte Anzahl von Anfragen zu Verfügung.
  • Serpstat: Bietet einen ähnlichen Funktionsumfang wie Moz, stellt euch jedoch auch Pay-Per-Click-Informationen zur Verfügung: So seht ihr, welche Ads eure Mitbewerber schalten und welche CPCs sie dafür zahlen.

E-Commerce SEO: So optimiert ihr eure Seite

Die Optimierung eurer Seite für Suchmaschinen erfordert Anpassungen im Tagging sowie beim Content und in der Architektur, um den Suchmaschinen deutlich zu zeigen, worum es auf eurer Seite, bzw. auf den einzelnen Unterseiten, wirklich geht. Das Ziel: Ihr wollt die Suchmaschinen davon überzeugen, dass eine Seite auf eurer Website die optimale Ressource für eine entsprechende Suchanfrage darstellt – und daher ein Top-Ranking in den Suchergebnissen verdient.

Zuerst solltet ihr dabei sicherstellen, dass eure Seite die folgenden fünf Bedingungen erfüllt:

  1. Sicherheit: Google bevorzugt Seiten, die sicher sind (also eine HTTPS-Verbindung nutzen). Ihr solltet also unbedingt auf das HTTPS-Protokoll umsteigen, wenn ihr das noch nicht getan habt. Anschließend solltet ihr einen 301-Redirect einrichten, der die HTTP-Version auf die HTTPS-Version umlenkt. Dies ist entweder eine Aufgabe für euer Internet-Team oder euren Hosting-Provider. Wenn ihr selbst Hand anlegen wollt und dafür eine Anleitung braucht, sucht ihr am besten nach „301 redirect“.
  2. Mobile-Optimierung: Aufgrund der zunehmenden Bedeutung von Mobile stellt Google seinen Index allmählich um, sodass Mobile-optimierte Websites bevorzugt werden. D. h.: Google basiert das Ranking eurer Seite auf der Mobil-Version. Wenn eure Seite responsiv gestaltet ist, seid ihr bereits auf der sicheren Seite. Wenn ihr über eine eigenständige Mobil-Version verfügt (z. B. m.eure-site.com), dann solltet ihr unbedingt sicherstellen, dass euer Content in dieser Version adäquat abgebildet wird. Wenn ihr eure Seite noch überhaupt nicht mobiloptimiert habt, solltet ihr so schnell wie möglich auf ein responsives Design umsteigen.
  3. Geschwindigkeit: Die Geschwindigkeit eurer Website spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für das Ranking. Hier könnt ihr eure Ladezeiten überprüfen. Euer Ziel sollte ein Score von 85/100 oder besser sein.
  4. Einfachheit. Stellt sicher, dass die Struktur eurer Website einfach und klar ist. Keine Unterseite sollte mehr als drei Klicks von der Homepage entfernt sein.
  5. Einmaliger Content. Google ist nicht gerade ein großer Fan von Content-Duplikaten und stuft Websites mit solchen Inhalten im Ranking herab. Produktvarianten, die Verfügbarkeit des Produkts in verschiedenen Kategorien und andere Faktoren sorgen möglicherweise für Content-Duplikate auf E-Commerce-Websites. Ihr solltet daher unbedingt sogenannte kanonische Tags nutzen, über die ihr Suchmaschinen wissen lassen könnt, welcher primären URL sie den Suchwert zuweisen sollen.

Nachdem ihr diese fünf Herausforderungen bewältigt habt, wird es Zeit, sich der Optimierung der Kategorie- und Produktseiten zuzuwenden. Verteilt eure Keywords auf die Kategorie- und Produktseiten. Vermeidet dabei Überfrachtung: Nicht mehr als ein Haupt-Keyword pro Seite! Ihr solltet das zentrale Keyword einer Seite an möglichst allen der folgenden Orte integrieren:

  1. URL: Eine ideale URL ist kurz, einfach zu lesen und enthält keine unnötigen Buchstaben, Zahlen oder sonstige Zeichen.
  2. Title Tag: Der Title Tag enthält den String, der im Seiten-Tab im Kopf des Browsers angezeigt wird. Euer Keyword sollte so weit vorne wie möglich stehen. Außerdem solltet ihr euren Titel auf ungefähr 70 Zeichen beschränken, um zu vermeiden, dass er auf den Suchergebnisseiten nur unvollständig angezeigt wird.
  3. H1 Tag: Der H1 Tag enthält normalerweise die Headline der Seite. Wenn es sinnvoll ist, nutzt das Keyword auch hier.
  4. Image Alt Text: Der Alt-Text im Image-Tag wird normalerweise dafür genutzt, zu beschreiben, worum es in einem Bild geht. Auch hier sollte euer Keyword enthalten sein – sofern es für das Bild sinnvoll ist.
  5. Meta Description: Diesen kurzen Text zeigen Suchmaschinen häufig als Zusammenfassung im Suchergebnis-Listing an. Die Meta Description hat zwar keinen direkten Einfluss auf das Ranking, doch die Suchenden sehen es gern, da sie hier bereits erkennen können, dass die Seite ihre Frage beantwortet. Eine gut geschriebene Meta Description führt letztendlich zu mehr Klicks.
  6. Body Copy: Als Faustregel gilt: Man sollte das Keyword zwei bis dreimal pro 200-300 Wörtern Copytext nutzen. Es geht nicht darum, das Keyword so häufig wie möglich zu verwenden – im Gegenteil: Solche Texte werden von Suchmaschinen als Spam aussortiert. Euer Text sollte einen natürlichen Sprachfluss haben und die Keywords sollten auch nicht forciert eingesetzt werden. Ihr könnt selbstverständlich auch Varianten des Keywords nutzen. Suchmaschinen sind inzwischen sehr gut darin, semantisch verwandte Begriffe zu verknüpfen. 

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Zusätzliche SEO-Maßnahmen für Produktseiten

Auf Produktseiten solltet ihr das Keyword an all den oben genannten Stellen verwenden. Außerdem empfehlen sich die folgenden Veränderungen an eurem Content:

  • Fügt Rezensionen hinzu: Käufer nutzen Rezensionen immer stärker als Basis für ihre Kaufentscheidungen; aus SEO-Perspektive helfen Rezensionen zudem, Content zur Seite hinzuzufügen und die Anzahl der Keyword-Nennungen zu erhöhen. Falls ihr also noch keine Rezensionen integriert habt, könnt ihr über Services wie Yotpo oder PowerReviews ein entsprechendes Feature ganz leicht integrieren.
  • Baut euren Content aus: Produktseiten auf anderen Websites, die mehr Content bieten, werden euch im Ranking höchstwahrscheinlich übertreffen. Zwischen 500 und 1000 Wörter ist eine ideale Textlänge. Fügt also Inhalte wie Produktbeschreibungen, Features, Vorteile, Spezifikationen, Materialien und Anwendungsbeispiele hinzu. Rich Media wie Fotos oder Video helfen sogar noch mehr.
  • Optimiert eure Produktseiten auf Conversion: Unsere aktuelle Shopper Story hat gezeigt, dass 48 % aller Käufer großen Wert auf ansprechende Fotos legen, 34 % möchten gerne 360°-Abbildungen der Produkte sehen. Und natürlich gehören auch kostenlose Lieferung, Rabatte und Rezensionen zu den verkaufsentscheidenden Faktoren

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E-Commerce SEO: Global erreichbar – lokal aktiv

Retailer mit lokalen Standorten sollten auch die Online-Präsenz dieser Standorte in den Suchmaschinen optimieren. Lokale SEO generiert ihr mit den folgenden Schritten:

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  • Macht euer Google My Business Listing so informativ und ansprechend wie möglich, zum Beispiel mit Bildern und Infos wie Website-URL oder Öffnungszeiten.
  • Stellt sicher, dass eure Standorte in allen wesentlichen Online-Verzeichnissen erwähnt werden (Yelp, YellowPages, SuperPages, etc.).
  • Name, Adresse und Telefonnummer sollten in allen Listings konsistent sein. Services wie BrightLocal oder Moz Local helfen euch dabei.

E-Commerce SEO: So optimiert ihr eure Links und eure Verlinkung

Wichtige Faktoren für euer Suchmaschinen-Ranking sind zum einen die Quantität und Qualität der auf eure Website verweisenden Links, zum anderen eure interne Verlinkung auf der Website.

Sogenannte „Inbound Links“ sind Links, die auf verschiedenen Websites erstellt werden und auf eure Website verlinken. Für Suchmaschinen sind solche Links ein Beleg für eure Glaubwürdigkeit: Wenn viele andere Websites euch verlinken, bedeutet das, dass eure Website eine legitime Informationsquelle darstellt.

„Interne Links“ sind Links zwischen den einzelnen Seiten auf eurer Website. Eine robuste interne Verlinkungsstruktur zieht klare Spuren von den zentralen Seiten zum Rest der Website. Das macht es Suchmaschinen einfacher, verwandte Inhalte zu finden.

So optimiert ihr euer Link-Profil:

  • Verlinkt eure Produktseiten untereinander. Falls ihr einen Blog betreibt, verlinkt die einzelnen Blogeinträge mit den Kategorie- und Produktseiten, soweit es sinnvoll ist (und natürlich umgekehrt).
  • Setzt eure Links auf Keywords oder beschreibende Texte und nicht nur auf Bezeichnungen wie „mehr erfahren“ oder „hier klicken“.
  • Ergänzt eure Produkte mit zusätzlichem Content, zum Beispiel Tipps und Tricks, Stil-Ratgeber, Anleitungen usw. Macht diesen Content nützlich und ansprechend, sodass ihn andere gerne verlinken und teilen.
  • Nutzt eure Keywords auch in euren Postings in den Social Media und erzeugt so Klicks auf den Content eurer Website.
  • Nutzt euer Netzwerk: Partnerschaften, Gruppen, in denen ihr Mitglieder seid, Charities, die ihr unterstützt: Wenn man euch dort nicht bereits verlinkt hat, bittet darum, einen Link auf eure Website zu setzen.
  • Identifiziert die wichtigsten Social Media Influencer in eurer Kategorie und geht Partnerschaften mit ihnen ein, um so eine größere Zielgruppe anzusprechen.

Bereit für die Pole Position in den Suchergebnissen? Die vier wichtigsten SEO-Strategien im Überblick

  1. Identifiziert eure Keywords: Versucht dabei, die optimale Balance zwischen Relevanz, Suchvolumen, Kaufinteresse und Wettbewerb zu finden.
  2. Optimiert eure Website: Setzt die fünf Punkte des Pflichtprogramms um (Sicherheit, Mobile-Optimierung, Schnelligkeit, Einfachheit, Einmaligkeit) und integriert eure Keywords in die sechs wichtigsten Elemente eurer Kategorie- und Produktseiten.
  3. Wenn ihr ein Ladengeschäft betreibt, denkt an die lokale SEO Strategie: Erstellt ein Google My Business Listing und sorgt dafür, dass ihr in den wichtigsten Online-Verzeichnissen vertreten seid.
  4. Optimiert euer Link-Profil: Optimiert eure internen Links und sorgt für externe Links von anderen hochwertigen Websites.