F&A mit Diana Chapman über „Conscious Leadership“

Die Criteo Speaker Series ist eine monatliche Serie mit einer Vielzahl von verschiedenen Rednern aus der Wirtschaft, die ihr Wissen mit uns teilen – persönlich und via Livestream in allen unseren Niederlassungen weltweit. Wir freuen uns in diesem Monat über die Referentin Diana Chapman. Chapman wird am 9. Oktober in der Criteo Niederlassung in Boston über „Conscious Leadership“ sprechen.

1997 war Diana Chapman eine Hausfrau, die in einer US-amerikanischen Kleinstadt Scrapbooking unterrichtete – „mein Leben war so stinknormal, wie es nur irgend geht“, sagt sie. Dann machte ihr Schwager, der damalige CEO von Monsanto, ihr ein Geschenk, das ihr Leben verändern sollte: 5.000 Dollar, die sie nach Belieben verwenden konnte. Sie hatte sich schon immer für die Persönlichkeitsentwicklung und das menschliche Bewusstsein interessiert. Daher schlug er vor, dass sie das Geld verwenden sollte, um von den besten Trainern zu lernen, die er kannte: die Psychologen Gay und Katie Hendricks. Begeistert ergriff Diana die Gelegenheit.

Nachdem sie ein Jahrzehnt lang bei den Hendricks’ studiert und ihre Arbeit in einen Unternehmenskontext gestellt hat, ist Chapman heute einer der weltweit führenden Expertinnen für bewusste Führung. Im Jahr 2014 war sie Mitautorin des einflussreichen Buches „The 15 Commitments of Conscious Leadership“ und später Mitbegründerin des Coaching- und Beratungsunternehmens Conscious Leadership Group. Sie sieht es als ihre Mission, Einzelpersonen, Teams und Organisationen dabei zu helfen, Probleme in ihrem Leben, aber auch in ihrem beruflichen Umfeld zu beseitigen.

Diana Chapman

 

Für diejenigen, die es nicht gelesen haben: Worum geht es bei „The 15 Commitments of Conscious Leadership“?

Wir sagen, dass man sich in jedem Moment entweder in einem Zustand des Vertrauens oder in einem Zustand der Bedrohung befindet. Allerdings ist der Zustand der Bedrohung bei uns fest verdrahtet. Das ist also ein natürlicher Zustand für uns. Aber sobald wir für unser Überleben gesorgt haben, können wir lernen, immer längere Zeiträume in einem Zustand des Vertrauens zu verbringen. Wenn du in einem Zustand des Vertrauens bist, hat das die positive Konsequenz, dass du Leiden und Dramen eliminierst. Das Buch hilft einem dabei, stärker aus einem Zustand des Vertrauens heraus zu leben – das, was wir „above the line“ nennen.

Wie definierst Du „Conscious Leadership“?

„Conscious“, also bewusst, bedeutet für mich, im Hier und Jetzt zu sein. Das sind die wenigsten Menschen. Im Hier und Jetzt zu leben, bedeutet, in einem ungetriggerten und nicht reaktiven Zustand zu sein. Wenn ich getriggert werde oder mich gezwungen fühle, zu reagieren, kann ich nicht vollständig im Hier und Jetzt sein. Ich kann nicht „above the line“ sein, sondern ich falle „below the line“.

Woher wusstest Du, dass Du bereit bist, das Konzept von Conscious Leadership zu lehren?

Bevor ich anfing zu unterrichten, habe ich Jahrzehnte damit verbracht, all das selbst zu praktizieren. Ich probierte die Tools an mir selbst aus und sah, wie sich meine Welt radikal veränderte. Meine Beziehungen verbesserten sich sowohl persönlich als auch beruflich enorm. Mein Wohlbefinden – die Menge an Frieden, Freude und Verspieltheit, die ich empfinde, ist um das Tausendfache gewachsen und ich bin nicht mehr so gestresst wie in meinem früheren Arbeitsleben, und zwar nicht einmal annähernd. Also begann ich, auf Basis meiner eigenen Erfahrungen zu unterrichten, und bisher waren meine Ergebnisse äußerst erfolgreich.

Wenn es eine Praxis gäbe, die Deiner Meinung nach jeder CEO der Welt nutzen sollte: Welche wäre das?

Sie sollten die eigene Einstellung dazu, immer recht haben zu wollen, kennen und ändern. Sie müssen loslassen können und wirklich in der Lage sein, anzuerkennen, dass sie immer recht haben wollen. Genau das müssen sie dann infrage stellen und bereit sein, anzunehmen, dass das Gegenteil [der Position, auf die man sich versteift hat] wahr sein kann.

Hast Du irgendwelche letzten Worte an die Leser?

Es gibt so viel Unrecht auf der Welt. Wenn du dieses in unserer Regierung, in unserem Rechtssystem, in unserer Gesundheitsversorgung oder in unseren Finanzsystemen etc. beseitigen willst, ist dein eigenes Zuhause der beste Ort, damit anzufangen. Ich glaube, dass alle ein Teil der Lösung sein können, indem sie zuerst ihre eigenen Hausaufgaben machen. Man sollte einen kritischen Blick darauf werfen, wie man dies im eigenen Leben und im engsten Umfeld angehen kann. Das ist das größte Geschenk, dass der Einzelne der Gesellschaft machen kann. Es ist ein einfacher, aber nicht unbedeutender Weg, die größere kollektive Dynamik, in der wir uns befinden, positiv zu beeinflussen.

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