Umweltthemen erobern die sozialen Medien. Immer mehr Influencer auf Instagram und YouTube zeigen ihre Haltung zu gesellschaftlichen und politischen Themen. Sogenannte Greenfluencer stehen für nachhaltige Mode und möchten zu bewussterem Konsum anregen – und damit treffen sie einen Nerv bei jungen Nutzern (#FFF Fridays for Future). Auch immer mehr traditionelle wie junge Marken bringen eigene nachhaltige Kollektionen heraus, die sie mithilfe der Influencer bekannt machen möchten. Sie wollen diese Entwicklung zur Sinnhaftigkeit für sich nutzen, müssen dafür aber einiges beachten.

Unternehmenskooperationen müssen authentisch sein

Das Model Marie Nasemann nahm im Jahr 2009 an der Fernsehsendung „Germany’s next Topmodel“ teil. Heute beschäftigt sie sich mit nachhaltig produzierter Mode, hat einen Blog namens „Faiknallt“ und über 150.000 Follower auf Instagram (Stand: Dezember 2020).

In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte sie, dass sie durchaus bereit für Unternehmenskooperationen sei. Sie erhält viele Produkte zum Testen. Diejenigen, die die 31-Jährige selbst überzeugen, zeigt sie in ihrem Kanal und Blog. Marken im Gegenzug erhoffen sich dadurch, dass ihre Follower die Produkte kaufen. Für Greenfluencer spielt die Authentizität eine große Rolle. Nur wenn sie wirklich von einem Produkt oder einer Marke begeistert sind, möchten sie ihren Followern diese präsentieren. Ansonsten würden sie ihre eigene Glaubwürdigkeit verspielen. Die Influencerin kooperiert mit Marken wie Armed Angels oder Filippa K – beides Marken, die nur nachhaltige, ökologische und plastikfreie Kleidung verkaufen.

Für Marken ist wichtig: Der Unterschied zwischen Greenfluencern und anderen Influencern besteht aber darin, dass sie sich genau überlegen, welche Unternehmen sie unterstützen. Welche Werte verfolgen sie? Produzieren sie ökologisch? Wie sind die Arbeitsbedingungen? Diese Fragen stellen sich Influencer, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen, damit die Werbung auch wirklich zu ihrer umweltfreundlichen Ansichtsweise passt.

Transparente Produktionen sind das A und O

Die Bloggerin Madeleine Darya Alizadeh, bekannt als DariaDaria, ist im deutschsprachigen Raum eine der erfolgreichsten Social-Media-Persönlichkeiten. Die Unternehmerin und Autorin lebt in Wien und hat eine eigene Fair-Fashion-Marke namens dariadéh. Nach eigenen Angaben gehört diese zu 100 Prozent zur ethisch-ökologischen Frauenmode – die Materialien, die Produktion bis hin der Transport ist nachhaltig.

Umso strenger ist Alizadeh, wenn es um Kooperationen mit Marken geht. Generell lassen sich insgesamt nur wenige Kooperationen in ihrem Instagram-Kanal finden. In einem Podcast mit dem Blog „Sustainable Fashion Matterz“ erzählt die 31-Jährige, dass sie nur eine Kooperation mit einer Marke eingeht, wenn nachhaltige Stoffe verwendet werden oder welche, die aus einer Überproduktion übriggeblieben seien. Außerdem lege sie großen Wert auf Transparenz in der Produktion. Sie kooperiert mit Fair-Fashion-Marken wie Mandala, Lonely, Anekdote oder wie auch Model Nasemann mit Filippa K.

Unternehmen und Influencer müssen die gleichen Werte verkörpern

Die Influencerin und Unternehmerin Louisa Dellert setzt sich ebenfalls für Nachhaltigkeit und Fair Fashion ein. Die 31-Jährige betreibt den Laden „Naturalou“ in Braunschweig und hat über 430.000 Abonnenten auf Instagram. Ob sie Kooperationen mit Marken eingeht, sind die Werte des jeweiligen Unternehmens entscheidend. In einem Interview mit W&V sagt die Influencerin, dass sie keine Firmen unterstützt, die für sie ethisch nicht vertretbar sind. Identifiziert sie sich nicht mit dem Weltbild einer Marke, lehnt sie eine Kooperation ab.

Das war vor einiger Zeit noch anders, als Dellert als Fitness-Influencerin mit Kooperationen mit Adidas, Reebok, Robinson Club oder Herstellern von Protein-Shakes ihr Geld verdiente. Über 90 Prozent der Angebote lehnt sie ab, sagt sie in einem Interview mit Utopia.

Möchten Marken Kooperationen mit Greenfluencern eingehen, spielt die richtige Wahl eine wichtige Rolle. Bei der Auswahl kommt es nicht nur auf dessen Reichweite an, sondern auch auf den Content, den diese über ihre Plattformen verbreiten. Nur wenn diese mit den Werten, der Philosophie und Haltung der eigenen Marke übereinstimmen, sollte über eine Kooperation nachgedacht werden. Natürlich muss auch das Unternehmen selbst authentisch sein und ihre Haltung glaubwürdig präsentieren.

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