Brendan McCarthy ist zwar bereits daran gewöhnt, mit all seinen Kollegen virtuell zusammenzuarbeiten, doch er weiß, dass diese Situation alles andere als normal ist. Brendan kam Ende 2020 als Chief Marketing Officer zu Criteo, um unsere Marketing- und globalen Kommunikationsteams zu leiten; daher hat er die Criteo-Kultur bisher fast ausschließlich durch das Fenster seines Laptops erlebt. Wie wir alle kann auch er es kaum erwarten, dass wir uns in sicherer Umgebung persönlich treffen können.

Brendan kam in einem entscheidenden Moment der Transformation zu Criteo. Er wird uns dabei unterstützen, unsere Story zu gestalten und auf dem Markt bekanntzumachen. Und Transformation ist für ihn kein unbekanntes Terrain: Bevor er zu Criteo kam, war Brendan Head of Communications and Product Marketing bei Nielsen Global Media. Dort konzentrierte er sich darauf, das Image des Unternehmens von einem traditionellen Anbieter von Fernsehratings zu einem führenden Daten- und Technologieunternehmen umzubauen. Zuvor leitete Brendan hochkarätige Accounts von große Unternehmens- und Technologiekunden bei der weltweit tätigen PR-Agentur Edelman.

Ich unterhielt mich mit Brendan, um herauszufinden, wie er sich bei Criteo eingelebt hat, und wir tauschten uns über Surfen, Führungsstile, die Bedeutung einer positiven Selbstdarstellung von Unternehmen und mehr aus. Hier sind einige der Highlights:

1. Wie ist es, eine neue Position zu 100 Prozent virtuell zu beginnen?

Es ist lustig, denn mein Criteo-Laptop ist fast identisch mit dem, den ich bei meinem letzten Arbeitgeber benutzt habe – und in einem virtuellen Setup ändert sich in der Home-Office-Umgebung ja nichts. Es war also surreal, meinen Laptop zu schließen, nachdem ich mich von all meinen Kollegen bei Nielsen verabschiedet hatte, und dann einen fast identischen Laptop zu öffnen, um eine neue Gruppe von Gesichtern kennenzulernen und mich mit einer neuen Brand, mit neuen Herausforderungen auseinanderzusetzen. Es war hilfreich, dass mein Team mir ein Paket mit Criteo-Materialien für mein Home-Office geschickt hat, denn mit diesen greifbaren Repräsentationen unserer Brand um mich herum hatte ich stärker das Gefühl, dass das neue Kapitel jetzt offiziell beginnt.

So viele von uns in den USA arbeiten seit letztem März remote; 100 Prozent virtuell zu sein fühlt sich langsam normal an. Doch auch wenn wir momentan auf digitalen Wegen neue Leute treffen und Beziehungen aufbauen, sollten wir einen Augenblick innehalten und uns vergegenwärtigen, dass dies alles andere als eine normale Situation ist und unsere Welt momentan auf dem Kopf steht. Es ist jedoch auch ein Zeichen der Hoffnung auf eine bessere Zukunft: Dass wir uns persönlich kennenlernen werden, wenn es sicher ist.

2. Was gefällt dir an der Arbeit im Bereich Marketing und Kommunikation besonders?

Im Marketing und in der Kommunikation gibt es ein Gleichgewicht zwischen geschäftlichen und kreativen Herausforderungen. Ich mag es, klare Gespräche mit unserem Führungsteam darüber zu führen, wie man das Geschäftswachstum am besten vorantreiben kann, aber dann auch das kreative Overlay bei allem, was meine Teams und ich tun, zu haben. Mir gefällt das Wechselspiel zwischen Kunst und Zahlen in meiner Rolle, dass sowohl meine analytische als auch meine kreative Seite fordert.

3. Warum bist du zu Criteo gewechselt?

Criteo befindet sich in einem entscheidenden Moment seiner Transformation. Marketing und Kommunikation spielen eine wichtige Rolle dabei, den Menschen unsere Brand verständlich zu machen und sie auf diese Reise mitzunehmen. Manchmal klafft eine Lücke zwischen dem, was die Leute glauben, dass wir tun, und dem, was wir tatsächlich machen. Meine Teams haben daher die wichtige Aufgabe, diese Lücke zu schließen und unsere Bewegung in Richtung zukünftiges Wachstum richtig darzustellen. Diese Arbeit ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Unternehmenserfolgs. Ich finde das ausgesprochen spannend. Es unterstreicht zudem, wie wertvoll und notwendig diese Arbeit auf der grundlegendsten Ebene ist. Es gibt also viele Gründe, bei solch einer Gelegenheit dabei sein zu wollen. Da muss man nicht lange überlegen.

4. Wie würdest du deinen Führungsstil beschreiben?

Es ist schwer, das auf den Punkt zu bringen, aber ich versuche einfach, ich selbst zu sein und die Eigenschaften, die mir wichtig sind, in mein Team einzubringen. Ein wichtiger Teil meiner Aufgabe ist es, meinen Mitarbeitern das große Ganze dessen zu vermitteln, was wir erreichen wollen, und ihnen zu zeigen, dass wir als Team ein gemeinsames Ziel verfolgen. Dies hilft den Menschen zu verstehen, warum ihre Arbeit wichtig ist, und motiviert sie, sich intensiver mit ihren Aufgaben auseinanderzusetzen. Denn wenn Menschen ein großes Interesse an ihrer Arbeit haben, fühlen sie sich eher verantwortlich und engagieren sich für hervorragende Leistungen. So entsteht eine hohe Erwartungshaltung an sich selbst und die Teams um sie herum.

Richard Edelman hat ein Sprichwort, das besagt, dass „jeder ein Kundenbetreuer ist“, was eine flache Organisation fördert, damit man sich nicht an Hierarchien und Titeln festbeißt. Strukturen und Organisationen haben zwar Gründe. Doch das sollte einen nicht davon abhalten, die Arme hochzukrempeln und zu zeigen, dass man den Aufgaben gewachsen ist. So entsteht ein Vertrauen, Teil eines Teams zu sein, das sich dem gemeinsamen Ziel verpflichtet fühlt und das gemeinsam vorankommen will.

Ich versuche auch, jeden Tag Spaß zu haben und unser Arbeitsumfeld so angenehm wie möglich zu gestalten. Das ist aktuell, im Home-Office, natürlich noch schwieriger als sonst. Daher will ich einfach so viel wie möglich ich selbst sein und gleichzeitig professionell arbeiten, und ich möchte, dass sich mein Team wohl dabei fühlt, sich auch so zu verhalten. In den letzten Jahren ist ein Sprichwort aufgetaucht, das besagt, dass man „sein ganzes Selbst zur Arbeit mitbringen soll“. Das versuche ich so weit wie möglich umzusetzen.

5. Wer inspiriert dich und wen siehst du vielleicht als Mentor?

Ich habe im Laufe meiner Karriere mit vielen inspirierenden Menschen zusammengearbeitet. Das ist einer der Gründe, warum ich bei vielen meiner früheren Unternehmen geblieben bin. Ob es ihr Führungsstil war oder die Art und Weise, wie sie ihre Ziele umsetzen: Meine Mentoren haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, mit Menschen zu arbeiten, die man bewundert. Das ist ein weiterer Grund, warum ich gerne zu Criteo gewechselt bin: Dieser Schritt bringt mich wieder mit Megan Clarken zusammen. Bevor sie als CEO zu Criteo kam, haben wir gemeinsam bei Nielsen gearbeitet, und ich respektiere sie und ihre Ziele immens. Die Chance, wieder mit ihr zu arbeiten, ist für mich etwas ganz besonderes, gerade in dieser entscheidenden Zeit für Criteo. Ich bin wirklich glücklich, zu ihrem Team zu gehören.

6. Was ist der beste Karriere-Ratschlag, den du je bekommen hast?

Ich habe im Laufe der Jahre eine Menge großartiger Ratschläge erhalten, die ich in ein paar wichtige Mantras für mich selbst verwandelt habe. Zunächst einmal sollte man versuchen, die Dinge zu kontrollieren, die man kontrollieren kann, und keine Energie auf Dinge verschwenden, die man nicht kontrollieren kann. Das ist nicht nur für die Karriere wichtig, sondern auch für die Teilhabe an der Gesellschaft. Wenn man zum Beispiel eine große Veränderung in der Welt bewirken will, fühlt man sich leicht überfordert und hilflos. Aber wenn man es aufschlüsselt, kann man normalerweise Aspekte finden, die man selbst in die Hand nehmen kann, wie z.B. wählen, sich ehrenamtlich engagieren, Aktionen durchführen und mit jeder Aktion seinen Einfluss vergrößern. Der gleiche Prozess lässt sich auch auf Krisenkommunikation, strategische Planung oder jede andere berufliche Situation anwenden: So kommt man dort weiter, wo es wirklich möglich ist.

Ich ziehe auch gerne alle mir offenstehenden Optionen in Betracht. Wenn ich kreativ an eine Situation herangehen muss, erstelle ich ein Spektrum, bei dem ich einerseits die verrückteste, unpraktischste Herangehensweise in Betracht ziehe und andererseits die Option mit dem geringstmöglichen Aufwand. Im Rahmen dieses Spektrums untersuche ich dann so viele Optionen wie möglich, bis ich diejenige finde, die mich am besten weiterbringt.

7. Wenn du nicht in der AdTech-Welt arbeiten würdest: Was würdest du stattdessen machen?

Gut, meine Familie müsste auch mit an Bord sein, denn es geht ja nicht nur um mich, aber ich würde gerne auf einer Insel in der Karibik leben. Wenn meine Familie und ich als Surflehrer, Kellner oder Barkeeper ein erfüllendes Leben führen könnten, wäre das einfach eine ganz andere Art des Daseins. Und ich würde natürlich so viel wie möglich surfen wollen.

8. Das scheint eine Art Generalthema zu sein. Du hast ja erwähnt, dass eine deiner Lieblings-Werbekampagnen die Kampagne von Billabong ist: „Only a surfer knows the feeling“ Was spricht dich an dieser Kampagne besonders an?

Diese Kampagne stammt aus meiner Kindheit, daher ist sie für mich sehr einprägsam. Doch Billabong hat dieses einzigartige Gefühl, auf einer Welle zu reiten, perfekt eingefangen. Es gibt nichts Vergleichbares. Das wird einem klar, wenn man mit Leuten spricht, die gerade ihre erste Surfstunde hatten. Sie sind ekstatisch und wollen immer weiter und weiter surfen. Billabong hat diese Freude mit der perfekten Kombination aus großartigen Creatives und Messaging, sowie Reichweite und Platzierungen, Wettbewerben und Sponsoring eingefangen.

9. Welche Bücher sollte deiner Meinung nach jeder lesen – und warum?

Für mich geht es nicht so sehr um die Bücher selbst, sondern eher um die Arten von Büchern, die ich empfehlen würde.

  • Business – Für Leute, die bei der Vorstellung, ein Business-Buch zu lesen, mit den Augen rollen, hier ein kleines Geheimnis: Ihr müsst in der Regel nur die ersten paar Kapitel lesen, um die wichtigsten Punkte zu verstehen, da sich der Rest des Buches zumeist auf Fallstudien konzentriert, die auf den ersten Kapiteln basieren. (Mit freundlichem Gruß an Mitch Barns). Aber ein Business-Buch, das ich (vollständig) gelesen habe und gerne weiterempfehle, ist das Essaybuch On Leadership der Harvard Business Review.
  • Geschichte – Es ist wichtig, die Bedeutung historischer Führungspersönlichkeiten zu verstehen. Das Lesen einer Biografie oder eines historischen Sachbuchs hilft dabei, den Einfluss der Vergangenheit auf die Gegenwart zu verstehen. Ein Buch, das ich empfehle, ist Diplomacy, das Buch des ehemaligen US-Außenministers Henry Kissinger. Es ist ein äußerst umfangreiches Buch und die Lektüre entsprechend anstrengend. Doch es erzählt eine interessante Geschichte der Diplomatie und der internationalen Beziehungen.
  • Belletristik – Das Lesen von Belletristik – je abgefahrener, desto besser – kann dabei helfen, sich von den geschäftlichen und historischen Konzepten zu lösen und der eigenen Fantasie mehr Freiraum zu lassen. Ich lese viel von Cormac McCarthy und anderen Belletristik-Autoren, die mich ein bisschen aus dem Konzept bringen und mir etwas ganz anderes zeigen.

Vielen Dank an Brendan, dass er sich die Zeit für das Gespräch genommen hat!

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